Wien ist keine Stadt, die man einmal besucht. Wien ist eine Stadt, die man immer wieder besucht – und dabei nie ganz fertig wird. Wer schon weiß, wo der Stephansdom steht und wie eine Melange schmeckt, fängt erst an, wirklich hinzuschauen: in die Seitengassen, in die Viertel, in das Leben hinter der Kulisse. Denn Wien erschließt sich nicht auf Anhieb, sondern in Schichten.
Ich komme mehrmals im Jahr nach Wien und übernachte dabei bewusst in unterschiedlichen Stadtvierteln. Denn die Wahl des Hotels entscheidet in Wien auch darüber, welche Seite der Stadt man erlebt. Hier stelle ich Hotels vor, in denen ich selbst übernachtet habe – vom klassischen Zentrum bis zu Vierteln, in denen Wien deutlich weniger touristisch wirkt.
Inhalt
ToggleWelches Stadtviertel in Wien passt zu wem?
Wien ist nicht Wien.
Das klingt paradox, stimmt aber: Wer im ersten Bezirk wohnt, lebt in einer anderen Stadt als jemand, der im siebten aufwacht – oder im neunten. Das Viertel bestimmt den Rhythmus des Tages, die Cafés, die man zufällig betritt, die Märkte, die man durchquert, die Menschen, denen man begegnet. Es verändert den Blick.
Und genau deshalb lohnt es sich auch, immer wieder nach Wien zurückzukehren und neue Gesichter der Stadt zu entdecken.
Vertraut – und doch anders
Ich komme regelmäßig nach Wien, meist nur für kurze Aufenthalte. Da ich in Wien aufgewachsen bin, sehe ich mich heute weder als die klassische Besucherin noch echten Teil des Alltags. Genau diese Perspektive verändert den Blick. Was Wien für mich heute ausmacht, hat weniger mit Sehenswürdigkeiten zu tun als mit Atmosphäre, Lage und dem Gefühl, das eine Gegend vermittelt.
Warum Lage in Wien mehr bedeutet als nur „zentral“
Wien ist vielfältig. Und vielfältig ist auch die Atmosphäre jedes seiner Viertel. Man nennt sie auch „Grätzel“ und das entspricht etwa dem, was der Berliner „Kiez“ nennt. Natürlich gibt es Gemeinsamkeiten, doch jedes Wiener Viertel hat sein eigenes urbanes Feeling.
Zunächst denkt man an den 1. Bezirk (Innere Stadt), hier schlägt das historische und touristische Herz der Stadt: weltberühmte Sehenswürdigkeiten, Prunkbauten, Luxusboutiquen. Und hohe Preise. Vieles ist fußläufig erreichbar, doch die Wiener U-Bahn ist auch nicht zu unterschätzen. Die zentrumsnahen Bezirke dagegen bieten oft mehr Einblick in das echte, alltägliche Leben der Wiener. Dazu kommt eine abwechslungsreiche Gastronomie, mehr Wiener Urigkeit und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ähnliches gilt für die Wiener Märkte. Den Naschmarkt kennt (nahezu) jeder Wien-Besucher. Er ist der berühmteste und größte kulinarische Markt Wiens. Samstags wird er um einen großen Flohmarkt ergänzt. Ich bin im 18. Bezirk (Währing) aufgewachsen, „mein Markt“ war der eher gutbürgerliche Kutschkermarkt. Ganz anders dagegen der Brunnenmarkt im 16. Bezirk (Ottakring): am zweitgrößten Markt der Stadt herrscht kulturelle Vielfalt und es darf gehandelt werden wie im Süden.
Meine Hotel-Empfehlungen in Wien nach Stadtvierteln
8. Bezirk – Josefstadt: ruhig, charmant und zentral
📍Zentral und fußläufig zur Innenstadt.
Die Josefstadt ist ein Geheimtipp für Wien-Besucher, die das authentische Wien erleben möchten – mit Kultur, Charme und viel Lebensqualität auf kleinem Raum. Ideal für lange Spaziergänge, ruhige Kaffeehausbesuche. Zentral genug für kurze Wege, gleichzeitig deutlich ruhiger als die klassischen Touristenlagen im ersten Bezirk.
Das Piaristenviertel ist ein charmantes, malerisches „Grätzel“ mit kopfsteingepflasterten Gassen und einem vielfältigen Angebot an Lokalen.
Weinstube Josefstadt
Die richtige Location an lauen Sommerabenden, etwas versteckt in einem Innenhof in der Piaristengasse. Einfache und preisgünstige Heurigen-Schmankerl und gute österreichische Weine. Heurigen-Atmosphäre mitten in der Stadt!
Hotel Rathaus Wein & Design – Gastlichkeit & klares Konzept
Ein charmantes 4-Sterne-Boutiquehotel in einem Gründerzeithaus im 8. Bezirk (Josefstadt), nur wenige Gehminuten von der Ringstrasse entfernt. Jedes der modern gestalteten Zimmer ist nach einem österreichischen Spitzenwinzer benannt und mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Das Konzept zieht sich konsequent durch das Haus: Wein spielt nicht nur im Namen eine Rolle, sondern ist Teil der gesamten Atmosphäre. Weinbar mit Snack-Angebot. Lauschiger Innenhof. Frühstücksbuffet oder „Kaffee & Kipferl to go“. Dusche, Minibar, Fön, TV, Wifi, Klimaanlage, Pflegeprodukte. Doppelzimmer zur Einzelnutzung.
Travel in Style Check
Hotel Rathaus Wein & Design
✅ Geeignet für: Städtereisen, Geschäftsreisen, wiederholte Wien-Aufenthalte. Ideal für Weinliebhaber und Einzelreisende, die ein Doppelbett schätzen
⭐ Atmosphäre: Ein gelungenes, sehr individuelles Konzept mit moderner und klarer Gestaltung
📍 Ruhige Lage und gute Erreichbarkeit, zur U-Bahn Rathaus ca. 7 Minuten
💶 Preis-Tipp: während der Sommerferien
🔁 Würde ich wieder buchen?
🟢 Ja – jederzeit. Für mich eines der stimmigsten kleineren Hotels in Wien und einer meiner Favoriten
4. Bezirk – Wieden und Freihausviertel: urban und gastronomisch spannend
📍Zentral und fußläufig zur Innenstadt.
Das Freihausviertel ist ein lebendiges „Grätzel“ im 4. Bezirk (Wieden). Es liegt in der Nähe des Naschmarkts und ist für seine kreative Szene, Galerien, Kneipen, lässigen Bars und Restaurants bekannt. Wer die Klassiker schon kennt, findet wenige Minuten vom Karlsplatz einen schönen Kontrast: hip und urban.
Besonders vielfältig ist es in der Schleifmühlgasse. Die Wiener Wirtschaft in der Wiedner Hauptstraße und das Sixta in der Schönbrunner Straße servieren die Klassiker der Wiener Küche. Ein Treffpunkt im Industriedesign ist das Restaurant Zweitbester (Heumühlgasse; am Wochenende Brunch).
Japanisch-peruanische Fusionsküche auf hohem Niveau gibt es im Dining Ruhm Restaurant & Bar (Lambrechtgasse, 2 Hauben Gault Millau). Tipp: Business Lunch bzw. 3 Gang Menü zu Mittag.
In der Margarethenstraße befindet sich das Kultkino Schikaneder, eines der ältesten Programmkinos in Wien und eine originelle Mehrzweck-Location mit der bei Studenten und Kreativen beliebten schikaneder Bar.


Saint Shermin Bed, Breakfast & Champagne – kleines Boutiquehotel mit persönlicher Atmosphäre
Ein Boutiquehotel mit Flair im ersten Stock eines renovierten Hauses aus dem Jahr 1893, nur wenige Minuten von der U-Bahn-Station Karlsplatz. Begrüßung mit Champagner, der für den prickelnden Aufenthalt steht. Jedes der 12 individuell gestalteten Zimmer ist einer Epoche oder einer Person aus der Geschichte Wiens gewidmet. Klimaanlage, Minibar, Entertainment-Programm, Wifi, Pflegeprodukte. Kleines Bad mit Dusche.
Frühstück, z.T. vom Buffet.
Travel in Style Check
Saint Shermin Bed, Breakfast & Champagne
✅ Geeignet für: Kurzaufenthalte, Paare und alle, die Wien etwas individueller erleben möchten
⭐ Atmosphäre: das Saint Shermin ist deutlich kleiner und persönlicher als ein klassisches Hotel und hat die Atmosphäre eines Bed & Breakfast
📍 Lage: 5 Minuten zur U-Bahn-Station Karlsplatz sowie zum Naschmarkt
💶 Preis–Leistung gut für eine so individuelle und zentral gelegene Unterkunft
🔁 Würde ich wieder buchen?
🟢 Ja – jederzeit
1. Bezirk – Innere Stadt: Wien direkt vor der Haustür
📍Maximale Zentralität, viele Sehenswürdigkeiten, sehr touristisches Umfeld
Das Neorenaissancegebäude des Palais Ferstel beherbergt nicht nur das Literaten-Café Central, man kann auch einfach durch die prächtige Ferstel-Passage schlendern. Ganz in der Nähe ist das Schwarze Kameel, eine gepflegte Wiener Brasserie mit Bar, in der man auch sehr gut frühstücken kann.
Nur drei Querstraßen vom Boutiquehotel Nossek entfernt, in der Dorotheergasse, befindet sich das Café Hawelka, eines der bekanntesten Kaffeehäuser der Stadt. Direkt daneben serviert Reinthaler’s Beisl Wiener Küche. Gegenüber ist das Stammhaus von Trzesniewski (Slogan „unaussprechlich gut“), wo man sich durch über 20 verschiedene Aufstrichbrötchen probieren kann. Eine Institution mit über 100-jähriger Tradition, die mittlerweile mehr als 10 Filialen betreibt.
Gleich hinter dem Stephansdom liegt das Blutgassenviertel mit verwinkelten Gassen, historische Fassaden und wunderschönen Innenhöfen. Liebhaber klassischer Musik sollten eines der interessantesten Lokale der Wiener Szene nicht verpassen: Santo Spirito (Kumpfgasse).
Der Hohe Markt ist einer der ältesten Plätze der Stadt, die Ankeruhr im Jugendstil zeigt stündlich eine Parade ihrer Figuren mit passenden Musikstücken.
Nach einem Bummel durch die bunte Kneipenlandschaft des Bermudadreiecks beim Schwedenplatz kehrt man z.B. im Salzamt ein, das seit den 1980-ern ein Treffpunkt der Kultur- und Medienszene ist. Auf der Karte stehen Tafelspitz, Gulasch oder Backhendlsalat.
Am Schwedenplatz zeigt sich der 1. Bezirk von einer anderen Seite, denn zunächst ist der Platz ein großer Verkehrsknotenpunkt. Im Zweiten Weltkrieg war ein großer Teil der Häuser am Franz-Josefs-Kai zerstört und nicht wieder aufgebaut worden. Hier wirkt die Innenstadt weniger imperial und deutlich urbaner. Dennoch kann man auch in diesem Teil der Innenstadt gut übernachten, die verkehrsgünstige Lage und die Attraktivität der kleinen Seitenstraßen nutzen. So sind es vom Boutiquehotel Alma nur ein paar Schritte zu Beim Czaak, wo in gemütlicher Atmosphäre sehr gute Wiener Küche aufgetischt wird. Nicht zu vergessen auch die Kneipenszene im Bermudadreieck und der traditionsreiche Eissalon am Schwedenplatz.
Boutique Hotel Nossek – die Lage ist hier der Star
Das Boutique Hotel Nossek befindet sich in einem Jugendstil-Gebäude direkt am Graben – zentraler geht es kaum. Stephansdom, Geschäfte, Cafés und Sehenswürdigkeiten liegen praktisch vor der Tür. Genau darin liegen Vor- aber auch Nachteile. Die Lage ist hervorragend, gleichzeitig gehört dieser Bereich zu den touristischsten Teilen der Stadt. Wer Wien zum ersten Mal besucht, wird die Lage schätzen. Wer häufiger kommt, sucht vielleicht etwas mehr Ruhe.
Klimaanlage, Minibar, TV, WLAN. Frühstücksbuffet.
Kleine Einzelzimmer.
Travel in Style Check
Boutiquehotel Nossek
✅ Geeignet für: Erstbesucher und Städtereisende, die mit wenig Zeit die Innenstadt zu Fuß erkunden wollen
⭐ Atmosphäre: Ich würde den Begriff Boutiquehotel etwas vorsichtiger verwenden. Für mich wirkt das Haus eher wie eine Pension, was es früher auch war
📍 Lage: zentraler geht es nicht
💶 Preis–Leistung der Innenstadtlage angemessen
🔁 Würde ich wieder buchen?
🟡 Ja, wenn ich wirklich mitten in der Innenstadt übernachten möchte und kein klassisches Hotelflair suche
Boutiquehotel Alma - zentral zwischen Altstadt und Donaukanal
Das kleine Jugendstil-Hotel mit 26 Zimmern liegt in einer ruhigen Gasse hinter dem Schwedenplatz. Nach einer Generalsanierung wurde das Gebäude aus 1913 zu einem 4-Sterne-Hotel ausgebaut. Die Zimmer schmücken Jugenstil-Elemente, zur Ausstattung gehören Klimaanlage, WLAN und Flachbild-TV. Bad (in rot gestaltet) mit Dusche, WC, Föhn. Frühstücksbuffet.
Travel in Style Check
Boutiquehotel Alma
✅ Geeignet für: Kurzaufenthalte, Paare und Alleinreisende, die zentral wohnen möchten, aber eine ruhigere und weniger touristische Lage als direkt am Graben bevorzugen
⭐ Atmosphäre: klein, persönlich, angenehm unaufgeregt
📍 Lage: hervorragend – ruhig und trotzdem sowohl mitten im 1. Bezirk als auch direkt am ÖPNV
💶 Preis-Leistung: gut für diese zentrale Lage
🔁 Würde ich wieder buchen?
🟢 Ja – jederzeit
Wiener Kaffeehauskultur
Das Wiener Kaffeehaus ist ein Lebensgefühl und immer schon das erweitere Wohnzimmer der Bevölkerung. Hier hat man Zeit, kann stundenlang plaudern oder Zeitung lesen.
In London, Paris und vor allem Istanbul mag es bereits früher Kaffeehäuser gegeben haben, doch die Wiener Kaffeehauskultur ist UNESCO-Kulturerbe. Bis ins 19. Jahrhundert war das Kaffeehaus hauptsächlich Treffpunkt von Herrenrunden, legendär waren Literaten-, Künstler- und Intellektuellencafés wie beispielsweise das Café Central. Traditionell lagen im Wiener Kaffeehaus Zeitungen aus, in vielen wurde Billard, Schach oder Karten gespielt.
Kaffeehäuser in Wien - meine Favoriten und Dauerbrenner
Café Hawelka, typisches Wiener Künstlercafé seit den 1950er Jahren; berühmt für Buchteln (Mehlspeise aus Hefeteig)
Kaffee Alt Wien, in den 1930-er Jahren von Leopold Hawelka geführt, später Szenelokal
Café Eiles, beliebtes Frühstückscafé in der Josefstadt, klassische Wiener Kaffeehauskultur
Café Central, früher ein Treffpunkt von Intellektuellen, Schriftstellern und Revolutionären, heute immer stark von Touristen frequentiert, wird bis Herbst 2026 renoviert
Café Museum, von Adolf Loos entworfen und mehrfach umgestaltet, beliebt bei Künstlern und Kulturliebhabern
Kleines Café, Traditionscafé am Franziskanerplatz und tatsächlich sehr klein!
☕ Welchen Kaffee bestelle ich?
In Wien bestellt man nicht einfach „einen Kaffee“ – aber was dann? Statt Cappuccino besser Melange, statt Espresso besser Kleiner Schwarzer oder Kleiner Brauner (mit etwas Milch) oder die doppelte Menge als Großer Schwarzer bzw. Brauner. Statt „normalem Kaffee“ (oder Americano) besser Verlängerter. Und dann gibt es gefühlt noch zig Varianten, einige davon mit Schlagsahne (also: Schlagobers oder einfach Schlag), z.B. Einspänner, Kapuziner, Fiaker (mit Rum).
Der Kaffee wird immer mit einem kleinen Glas Leitungswasser serviert (und in den letzten Jahren gibt es in Wien auch zum bestellten Wein oft ein Glas Wasser).
Wien und Wein
Weinbau in der Großstadt – ungewöhnlich! Und tatsächlich ist Wien die einzige Metropole, die innerhalb ihrer Stadtgrenzen nennenswerten Weinbau betreibt. Die Rebfläche dient übrigens auch der Erhaltung des Grüngürtels. Eine Spezialität ist der „Wiener Gemischte Satz“, bei dem im Weingarten zumindest drei weiße Qualitätsrebsorten gemeinsam angepflanzt, geerntet und zu Wein verarbeitet werden.
Der Wiener Heurige ist ein Ort zum Wohlfühlen. Bei einem echten Wiener Heurigen wird ausschließlich Wein aus eigenem Anbau ausgeschenkt. Man erkennt ihn am Föhrenbuschen und an einer Tafel mit dem Wort „Ausg’steckt“. Viele Heurigen in Wien sind ganzjährig geöffnet. Auch die Wiener Heurigenkultur zählt zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
In den letzten Jahren ist der Wiener Wein über den traditionellen Heurigen hinausgewachsen und hat auch die Bars der Stadt erobert.
Weingut Wien Cobenzl
Zertifiziert nachhaltiger und biologischer Weinbau. Ab-Hof-Verkauf, Verkostungen und Führungen.
Beim Heurigen in Wien
Größere Heurigen-Lokale sind mitunter ganzjährig geöffnet und bieten auch warme Speisen an, Buschenschenken hingegen öffnen nur, wenn „ausg’steckt“ ist und haben meist ein kaltes Jausenangebot. Die Vororte am Stadtrand, insbesondere im 19. Bezirk, bilden einen Schwerpunkt des Weinbaus. Hier sind z.B. in Nussdorf, Grinzing, Sievering und Neustift am Walde zahlreiche Heurigenlokale und Buschenschenken zu finden.
Mein Heurigen-Tipp: zuletzt war ich beim Kierlinger in Nußdorf, wo man im großen Gastgarten unter alten, schattenspendenden Bäumen sitzt.
🍷 Welchen Wein bestelle ich?
Die klimatischen Bedingungen im Osten Österreichs bieten sehr gute Voraussetzungen für den Weinbau. Daher kommt österreichischer Wein überwiegend aus den Bundesländern Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Wien. Insgesamt dominiert Weißwein deutlich, unter den Rebsorten steht der Grüne Veltliner auf Platz 1.
Inbegriff des Wiener Weins ist der „Gemischte Satz“, doch auch Grüner Veltliner und Riesling sind auf den meisten Karten zu finden, beliebtester Rotwein ist der Zweigelt.
Bestellt man glasweise, sind die Maßangaben traditionell „Achtel bzw. Achterl“ (1/8 Liter) oder „Viertel bzw. Vierterl“ (1/4 Liter). Unkompliziert und besonders an warmen Sommertagen beliebt ist der „G’spritzte“ (Spritzer, Wein mit Soda).
Ausflugstipps rund um Wien
Ausflug in den Wienerwald
Ein kurzer Abstecher in den Wienerwald, der mit einer kleinen Wanderung kombiniert werden kann.
Das „Häuserl am Stoan“ serviert bodenständige Gerichte mit Klassikern der Wiener Küche, von der sonnigen Terrasse hat man einen großartigem Blick über Wien.
Ab hier kann ein ca. 1,5-stündiger Rundweg erwandert werden.
Erreichbar mit dem Auto über die Höhenstraße oder mit der Autobuslinie 43A / 39A.
Weinwanderungen
Eine Weinwanderung verbindet die beiden berühmten Wiener Weinorte Grinzing und Nußdorf. Vom Nussberg bietet sich ein großartiger Ausblick auf die Skyline Wiens. Von den Wiener Weinbergen stammt der bekannte Gemischte Satz. Das Ende der Wanderung lässt man bei einem Heurigen gemütlich ausklingen.
Mit dem Schiff in die Wachau
Ein entspannter Tagesausflug mit Ausblicken auf weinbedeckte Hügel und mittelalterliche Schlösser. Dürnstein mit dem blauen Kirchturm, kopfsteingepflasterten Straßen und der Burgruine. Spaziergang zur Ruine (ca. 20 Minuten, traumhafter Ausblick).
Praktische Tipps für die Reise nach Wien
Die beste Jahreszeit für Wien
… gibt es nicht, denn Wien ist ein echtes Ganzjahresziel. Frühjahr und Herbst sind generell schöne Jahreszeiten für Städtereisen. Im Dezember locken die vielfältigen Weihnachtsmärkte und -konzerte. Im Sommer kann es heiß sein, dafür sind in vielen Hotels Schnäppchen zu machen.
Literatur-Tipps
Wien zum Weiterlesen: Wer Wien besser verstehen möchte, sollte nicht nur Reiseführer lesen. Hier meine Empfehlungen:
1913
Florian Illies
Die kulturelle Welt Wiens kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Unterhaltsam und voller überraschender Verbindungen.
Die Welt von Gestern
Stefan Zweig
Erinnerungen an das alte Wien und eine untergegangene Epoche.
Der Trafikant
Robert Seethhaler
Ein atmosphärischer Roman, der Wien und seine Geschichte lebendig werden lässt.
Servus Piefke
Severin Groebner
Wer verstehen möchte, warum Österreich manchmal anders tickt als Deutschland, findet hier eine ebenso humorvolle wie treffende Einführung.
Zu Fuß durch Wien
J. und R. Faulkner
12 abwechslungsreiche Spaziergänge – urban und ländlich, kreativ und kulinarisch, museal und modern.
Mehr von Österreich sehen
Wer mehr Zeit mitbringt, kann noch mehr von Österreich entdecken. Ideal zu kombinieren ist beispielsweise die Steiermark. Graz ist etwa 2,5 Stunden von Wien entfernt.