Der Gardasee zeigt sich rund um Malcesine besonders vielseitig: gewachsene Orte, ruhige Rückzugsplätze und immer wieder malerische Ausblicke auf den See.
Seit Jahrhunderten verführt der Gardasee mit seinem milden Licht, dem Duft von Zitrushainen und jenem unwirklichen Blau, das nirgendwo sonst so tief zu leuchten scheint. Malcesine, das mittelalterliche Dorf am Fuß des Monte Baldo, ist der perfekte Anker für diese Reise: ruhig, authentisch, mit atemberaubendem Blick über den See. Von hier aus lässt sich die ganze Vielfalt der Küste erkunden – Bardolino mit seinen Weingärten, das charmante Lazise, das elegante Garda, die versteckte Villa San Vigilio, Sirmione auf seiner schmalen Landzunge. Und ein Abstecher nach Verona rundet die Reise ab.
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ToggleMalcesine – verwinkelte Gassen und lebendige Altstadt
Malcesine gehört zu den Orten am Gardasee, die sofort Atmosphäre versprühen. Das malerische Ortsbild wird vom Castello Scaligero auf einem Felsvorsprung direkt am Seeufer dominiert. Die Altstadt zieht sich in schmalen Gassen den Hang hinauf, immer wieder öffnen sich kleine Plätze. Cafés, Restaurants und Geschäfte liegen dicht beieinander.
Entlang der schönen Uferpromenade kann man bis zur Halbinsel Val di Sogno spazieren.
Den Gipfel des Monte Baldo erreicht man mit einer Seilbahn, von oben bietet sich ein fabelhafter Blick auf den in Bergketten eingebetteten See. Die Bergstation ist auch Ausgangspunkt für Wanderungen oder Mountainbike-Touren.
Am frühen Morgen oder am Abend zeigt sich Malcesine deutlich ruhiger und genau das macht seinen Reiz aus.
Bardolino – lebendig, offen und direkt am Wasser
Bardolino wirkt offener und weitläufiger. Entlang der Promenade reiht sich ein Ort an den nächsten, das Leben spielt sich draußen ab. Der See ist hier präsent, aber weniger dramatisch als im Norden – dafür zugänglicher. Vom Ort erstrecken sich zwei kleine, malerische Landzungen ins Wasser. Die nahen Hügel sind mit Weinbergen und Olivenbäumen überzogen. Hier wächst nicht nur der berühmte rote Bardolino Wein, sondern auch der Rosé „Chiaretto“. An Donnerstagen gibt es einen Wochenmarkt.
Auch ein kurzer Abstecher in die Nebenstraßen lohnt sich. Dort wird es spürbar ruhiger, und Bardolino zeigt eine angenehm unaufgeregte Seite.
Ristorante Locanda al Cardellino
Etwas außerhalb von Bardolino liegt die Locanda al Cardellino – ein Ort ohne Inszenierung. Ein Garten, viel Grün, eine zurückhaltende Atmosphäre.
Die Küche ist klassisch italienisch, mit Fokus auf Qualität statt Effekte. Ein Platz für einen langen Abend, der sich ganz selbstverständlich entwickelt.
Lazise – historische Mauern und lebendige Gassen
Lazise am südöstlichen Ufer des Gardasees ist klar strukturiert: mittelalterliche Stadtmauer, Tore, enge Gassen. Alles ist kompakt und gut erhalten, die Altstadt autofrei.
An der Uferpromenade und am Hafenbecken finden sich Restaurants, Bars und Cafés. Innerhalb der Mauern laden kleine Plätze zum Bummeln und Einkaufen ein. Wer sich genauer umschaut, kann viele Details entdecken: kleine Läden, Innenhöfe und immer wieder Blickachsen zum Wasser. Auch in den Abendstunden herrscht in Lazise eine angenehme Lebendigkeit.
Sirmione – viel besucht und dennoch reizvoll
Sirmione gehört zu den bekanntesten Orten am Gardasee – entsprechend präsent ist der Besucherandrang. Die Altstadt ist eng, belebt und für meinen Geschmack zu stark frequentiert.
Wer den Zeitpunkt gut wählt, erlebt Sirmione differenzierter: früh am Tag oder am Rand der Halbinsel, wo sich der Blick öffnet und der See wieder in den Vordergrund rückt.
San Vigilio – stille Eleganz rund um die Villa San Vigilio
San Vigilio gehört zu den zurückhaltendsten Orten am Gardasee. Die Landzunge Punta San Vigilio zwischen Garda und Torri del Benaco und ragt weit in den See und der Blick ist umwerfend. Die kleine Kirche San Vigilio aus dem 13. Jh. gab der Landzunge ihren Namen.
Zypressen, alte Mauern, ein kleiner Hafen und ein Platz direkt am Wasser – alles wirkt reduziert und stimmig. Nichts drängt sich auf, die Atmosphäre entsteht aus der Gesamtheit des Ortes. Gerade im Kontrast zu den lebhafteren Orten am See wirkt San Vigilio bewusst ruhig und fast abgeschieden. Die Locanda San Vigilio lädt zum Aperitif, Mittag- oder Abendessen in elegantem Ambiente.
Verona – historische Kulisse und die schönsten Wege durch die Stadt
Verona entfaltet sofort eine besondere Anziehungskraft. Zwischen römischer Geschichte, eleganten Plätzen und lebendigen Gassen entsteht eine Atmosphäre, die sich deutlich vom Gardasee unterscheidet – und genau deshalb so reizvoll ist.
Die Arena bildet den Auftakt. Das römische Amphitheater prägt die Piazza Bra und gibt der Stadt eine eindrucksvolle Bühne. Von hier aus führt der Weg direkt in die Altstadt, wo sich enge Gassen, kleine Läden und immer wieder offene Plätze abwechseln.
Die Piazza delle Erbe gehört zu den lebendigsten Orten Veronas, mit historischen Fassaden und Marktständen. Nur wenige Schritte weiter liegt die ruhigere Piazza dei Signori, die mit ihrer Architektur einen klaren Gegenpol setzt.
Der Balkon der Julia ist ein kurzer Abstecher auf dem Weg. Der Ort ist belebt, gehört aber als Teil der Stadtgeschichte dazu.
Für einen Rundgang bietet sich folgende Route an: von der Arena über die Altstadt zur Piazza delle Erbe, weiter zur Piazza dei Signori und anschließend in Richtung Ponte Pietra. Von dort lohnt sich der Weg auf die andere Flussseite und weiter hinauf – mit weitem Blick über die Dächer Veronas und den Verlauf der Etsch.
Hotel Val di Sogno – ruhige Lage direkt am Wasser
Das Hotel liegt direkt am Gardasee, etwas außerhalb von Malcesine. Die Lage ist ruhig, mit freiem Blick auf das Wasser und ausreichend Abstand zum Ort. Mit seinem Adults Only Konzept (ab 18 Jahre) unterstreicht das Hotel seinen Anspruch auf Ruhe und Privatsphäre für die Gäste. Die Atmosphäre ist zurückhaltend und stimmig. Die Zimmer sind klar gestaltet, viele mit Seeblick und Balkon. Der direkte Zugang zum Wasser prägt den Aufenthalt und gibt dem Tag eine angenehme Ruhe, die beim Frühstück mit Seeblick beginnt.
Schöner Garten mit Pool und Pool Bar. Panoramaterrasse mit atemberaubenden Blick auf den Gardasee. Bistro.
Sauna, Dampfbad, Fitnessraum.
Ca. 60 km von Verona. Transfer ab/bis Flughafen möglich.
Praktische Tipps für die Reise
Beste Jahreszeit am Gardasee
Für eine Aktivreise mit Besichtigungen (und eventuell Wanderungen) eignen sich Frühjahr (April/Mai) und Herbst (September/Oktober).
Anreise zum Gardasee
Wer nicht mit dem eigenen Auto anreist, kann nach Verona fliegen. Der Flughafen Verona ist von Malcesine etwa 60 km entfernt. Ab München oder Frankfurt gibt es ganzjährige Verbindungen. Saisonal werden auch Flüge ab Hamburg, Köln und Stuttgart angeboten (Änderungen vorbehalten).
Um vor Ort flexibel und unabhängig zu sein, empfehle ich einen Leihwagen ab Flughafen Verona.
Literatur-Tipp
Die „Italienische Reise“ von Johann Wolfgang von Goethe gilt als einer der ersten Reiseberichte der Region und beschrreibt u.a. Malcesine und Verona.