Die Philippinen sind kein Reiseziel für „eine“ Reise. Ich war über viele Jahre immer wieder dort – und habe sehr unterschiedliche Inseln erlebt. Genau deshalb geht es hier nicht um eine klassische Route.
Sondern um die entscheidende Frage:
Welche Inseln der Philippinen lohnen sich wirklich – und welche eher nicht?
Wenn ihr Inselhopping auf den Philippinen plant, findet ihr hier keine Hochglanzliste. Sondern eine ehrliche Einordnung – basierend auf eigener Erfahrung.
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ToggleWarum die Philippinen so unterschiedlich sind
Die Philippinen, das sind 7641 Inseln im westlichen Pazifischen Ozean. Weniger als die Hälfte tragen einen Namen, nur etwa 880 sind bewohnt. Kaum zwei davon gleichen sich. Vulkanismus, Meeresströmungen und jahrhundertelange kulturelle Isolation haben jede Insel auf ihre eigene Weise geprägt. Und so hat jede Insel ihre eigene Persönlichkeit entwickelt. Mit unterschiedlichen Dialekten, Küchen, Traditionen und Landschaften. Palawan verzaubert mit türkisfarbenen Lagunen, Cebu verbindet pulsierende Stadtenergie mit weißen Stränden, Bohol überrascht mit seinen Chocolate Hills. Genau das macht Inselhopping auf den Philippinen so unwiderstehlich: Wer die Inseln wechselt, wechselt die Welt.
Meine Eindrücke und Empfehlungen aus verschiedenen Reisen:
Palawan – türkisblaues Meer und dramatische Kalksteinformationen
Palawan gilt seit Jahren als schönste Insel der Welt – und wer einmal die Bacuit-Bucht rund um El Nido gesehen hat, versteht warum. Die Landschaft ist atemberaubend, die Farben fast unwirklich. Kalksteinfelsen ragen aus türkisblauem Wasser, dahinter verstecken sich Lagunen und einsame Buchten mit traumhaft weißen Stränden, die sich oft nur per Boot erschließen. Inselhopping ist hier die einzig sinnvolle Art zu reisen. Anders als das längst überlaufene Boracay hat El Nido eine eigene Antwort auf den Ansturm gefunden: kleine, exklusive Resorts auf vorgelagerten Inseln, die Abgeschiedenheit mit hochwertigem Komfort verbinden – und Nachhaltigkeit ernst nehmen.
Palawan erfordert jedoch auch etwas Abenteuerlust, denn viele Orte sind nur mit Aufwand erreichbar und Transfers können dauern. Nicht jede Unterkunft entspricht europäischen Erwartungen, meine Tipps findet ihr unten.
Für wen ist Palawan geeignet:
- Naturliebhaber, Schnorchler und Taucher, die unberührte Strände schätzen
- Individualreisende, die mehrere Inseln sehen möchten und bereit seid, Zeit für Transfers einzuplanen
Eher nicht ideal:
- wenn ihr eine entspannte „Hotel + Strand“-Reise sucht
- wenn ihr wenig Zeit habt und Top-Infrastruktur erwartet
Anreise nach Palawan
Von Cebu City gibt tägliche Flüge zum El Nido Airport (Cebu Pacific). Wer z.B. von Manila nach Puerto Princesa fliegt, muss zusätzliche Zeit für Bustransfers einplanen (nach El Nido ca. 5 Std.). Für die Bootstransfers zu/von den Inselresorts keine späten Ankünfte und/oder frühen Abflüge planen. Die Boote verkehren meist nur bei Tageslicht.
Reiseplanung Palawan
Mindestens 5-6 Nächte und ggf. verschiedene Resorts bzw. weitere Inseln kombinieren.

Pangulasian Island Resort
Luxuriöses Eco-Resort auf einer Privatinsel, 42 Villen. Ideal für Paare und umweltbewusste Reisende, die eine Kombination von Luxus und Natur oder eine romantische Auszeit suchen. Tauchen, Schnorcheln, Spa & Gym.
Anreise über El Nido Airport, ca. 30-45 Min. Bootsfahrt.
Overwater-Bungalows auf Palawan
Für viele hat der Südseetraum auch etwas mit Overwater-Bungalows zu tun. Diese Kombination aus Luxus und Natur, ein direkter Zugang zu kristallklarem Wasser und Korallenriffen, das eigene Sonnendeck auf Stelzen im Wasser! Die Philippinen mit ihren sattgrünen Hügeln bieten großartige Alternativen zu hochpreisigen Südsee-Inseln. Die beste Region für Overwater-Bungalows ist Palawan. Die Insel ist für puderweiße Sandstrände, türkisblaues Meer, atemberaubende Kalksteinformationen und erstklassige Tauchspots berühmt und nicht umsonst in den „World Best Awards“ von „Travel + Leisure“ bereits mehrfach zur besten Insel der Welt gekürt. Dabei werden Natur und Strände, aber auch die Freundlichkeit der Einwohner, das Essen, Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten bewertet.

Lagen, El Nido
Overwater-Villen mit atemberaubender Aussicht auf die Kalksteinfelsen und das türkisfarbene Wasser. Exklusive Lage in einer abgeschiedenen Bucht, ruhige Atmosphäre, perfekt für Erholung und Naturerlebnisse, z.B. Tauchen, Kajakfahren. Spa & Gym.
Anreise über El Nido Airport, ca. 30-50 Min. Bootsfahrt.

Miniloc, El Nido
Exklusives Eco-Resort mit Overwater-Villen in einer ruhigen Lagune. Nachhaltigkeit, hervorragender Service und Nähe zu den berühmten Lagunen von El Nido. Rustikale Atmosphäre.
Anreise über El Nido Airport, ca. 40 Min. Bootsfahrt.

Cauayan Boutique Private Island
Luxuriöses, privates Inselresort mit ruhiger Atmosphäre. 30 Villen unterschiedlicher Kategorie. Restaurant, Bar, Spa, Fitness Center. Overwater-Villen mit atemberaubendem Blick auf Bacuit Bay. Perfekt für Paare und Naturliebhaber. Schnorcheln, Tauchen und Kajakfahren, Bootsausflüge.
Anreise über El Nido Airport und ca. 30-minütige Bootsfahrt.
Amanpulo - das luxuriöse Hideaway
Amanpulo ist das wohl exklusivste Luxusresort auf den Philippinen und gehört zur renommierten Aman Resorts-Gruppe. Es befindet sich auf der privaten Koralleninsel Pamalican in Palawan und ist ein wahres Paradies mit weißen Sandstränden, türkisfarbenem Wasser und luxuriösen Villen. Die „friedvolle Insel“ bietet unterschiedliche Bungalows oder Villen mit privatem Pool. Persönlicher Butler-Service und erstklassige Küche runden das Top-Erlebnis ab.
Freizeit und Aktivitäten: Aman Spa, Tauchen und Schnorcheln am Riff, Windsurfing – und Seele baumeln lassen!
Die exklusive Insel-Auszeit hat ihren Preis. Mein Aufenthalt ist lange her, bleibt aber als absolutes Highlight in Erinnerung. Von der Anreise mit dem privaten Jet über die absolute Zurückgezogenheit, den Luxus einer privaten Insel mit eigenem Airstrip und dezent-aufmerksamem Service bis hin zum Puderzucker-Strand. Perfekt!
Für wen ist Amanpulo geeignet:
- wenn ihr Ruhe, Entspannung und dezenten Luxus sucht
- wegen der direkten Fluganbindung auch für kurze Aufenthalte
Eher nicht ideal:
- wenn ihr viel Abwechslung und Nachtleben sucht
Anreise ab Manila mit privatem Charterflug, ca. 60-90 Minuten, 20 kg Gepäck.
Cebu – Wo Geschichte auf das Türkis des Pazifiks trifft
Mitten im Herzen der Philippinen liegt Cebu – eine Insel mit über 500 Kilometern Küstenlinie, kristallklarem Wasser und üppigem Grün im Landesinneren. Als Herzstück der Visayas-Region zählt sie zu den faszinierendsten Reisezielen Südostasiens.
Die gleichnamige Hauptstadt verbindet kolonialen Charme mit moderner Lebendigkeit: Als älteste Stadt der Philippinen trägt sie die Spuren der spanischen Vergangenheit in prächtigen Kirchen und historischen Plätzen – umgeben von quirligen Märkten, Shopping-Malls, trendigen Restaurants und Rooftop-Bars, einem lebendigen Nachtleben und einer Gastfreundschaft, die man so schnell nicht vergisst.
Cebu ist kein Reiseziel – es ist ein Gefühl.
Für wen ist Cebu geeignet:
- Individualurlauber, die eine Kombination aus Stadt, Kultur und Natur suchen
- Aktivurlauber, z.B. Canyoning, Wandern, Tauchen
Eher nicht ideal:
- für Urlauber, die ein sorgenfreies „Rundum-sorglos-Paket“ suchen
Anreise nach Cebu:
Der internationale Flughafen hat z.B. Anbindung an Hongkong, Singapur, Südkorea, Taiwan, Japan, VAE und Qatar. Wer die 25-Millionen-Metropole Manila meiden möchte, fliegt über Cebu.
Insel-Kombi Cebu und Bantayan
Die Hauptinsel Cebu steht eher für Action, die kleine nördliche Insel Bantayan hingegen lädt mit traumhaften weißen Sandstränden zum Entspannen ein.
Die entspannte Atmosphäre ist ideal zum Abschalten und die Batterien aufzuladen. Wer Party sucht, ist hier falsch. Strandwanderer können zwischen Kota Beach, Sugar Beach und Bobel Beach wählen. Abends gibt es in Santa Fe verschiedene Restaurants und Bars.
Anreise von Cebu Airport nach Hagnaya Port (ca. 3 Stunden) und Fähre nach Santa Fe Port/Bantayan Island (ca. 1 Stunde).
Amihan Beach Cabanas
Die rustikalen Bambus-Cottages liegen direkt am Strand und sind mit Klimaanlage, TV, WLAN, Bad mit Dusche, Terrasse mit Meerblick und Kühlschrank ausgestattet. Bar und Restaurant. Anreise: Transfers vom Flughafen Cebu können vom Resort organisiert werden.
Boracay – vom Fischereiparadies zum Hotspot der Superlative
Als ich Anfang der 1990er-Jahre das erste Mal nach Boracay kam, galt die Insel noch als Geheimtipp – hauptsächlich unter Rucksackreisenden aus aller Welt. Die Anreise war etwas umständlich. Einen Steg oder Bootsanleger gab es am Strand damals nicht, die Bootsjungen jonglierten das Gepäck irgendwie an Land, ich selbst sprang beherzt ins türkisfarbene Wasser. Der White Beach war sensationell und wenig bevölkert. Es gab kaum Liegen oder Sonnenschirme, wie überhaupt keine nennenswerte Infrastruktur. Man lief barfuß über den Strand und freute sich über die unfassbare Schönheit.
Die ersten Backpacker waren in den 1980-ern auf Boracay gestrandet. Sie fanden ein paar Bambushütten, keinen Strom aber eben diesen makellos weißen Sandstrand vor.
Die folgende Transformation war rasant: Direktflüge, internationale Auszeichnungen als schönste Insel der Welt und schließlich über zwei Millionen Besucher pro Jahr verwandelten das philippinische Eiland in einen der begehrtesten Strandorte Asiens. Der Preis war hoch – illegale Bebauung, kollabierendes Abwassersystem, verdrängte Ureinwohner. 2018 verordnete die Regierung eine sechsmonatige Zwangsschließung. Heute kehren die Besucher zurück – auf eine Insel, die schöner und strenger reglementiert ist als je zuvor.
Für wen ist Boracay geeignet:
- Strandliebhaber und Sonnenanbeter (White Beach), Wassersportler (Wind- & Kitesurfer, Tauchen, Schnorcheln, Parasailing, Jetski)
- Nachtschwärmer, denn der White Beach wird abends zur Partymeile
Eher nicht ideal:
- für Reisende, die absolute Ruhe, Einsamkeit und unberührte Natur suchen (dafür ist Palawan besser geeignet).
- Urlauber, die sehr günstige Preise suchen. Boracay ist vergleichsweise teuer
Anreise nach Boracay:
Flüge von von Manila oder Cebu nach Boracay (Caticlan Airport). Flüge nach Kalibo auch von/nach Singapur, Hongkong und Korea, dann ca. 1,5 Stunden Busfahrt.
Fridays Boracay
Das Fridays war eines der ersten Resorts der Insel und liegt am besten Abschnitt des White Beach. Aktuell wird das Hotel renoviert und als Radisson Collection Resort neu eröffnet, voraussichtlich erst 2028. Dran bleiben lohnt sich bestimmt!
Inselhopping Philippinen: Praktische Tipps
Drei Gründe für die Philippinen
Traumstrände abseits des Massentourismus, herzliche und fröhliche Menschen. Zwei gute Gründe, die faszinierende Inselwelt der Philippinen auf die Bucket List zu setzen. Dazu kommt ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Denn der Urlaub mit Südseeflair ist im Vergleich bezahlbar.
1. Die Strände auf den Philippinen
sind atemberaubend! Kristallklares Wasser zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen.
2. Die Menschen auf den Philippinen
sind zuvorkommend, lebensfroh und offen. Sie sprechen Englisch und haben fast immer ein Lied auf den Lippen.
3. Das Preis-/Leistungsverhältnis auf den Philippinen
ist ausgezeichnet und macht die Philippinen zu einem vergleichsweise erschwinglichen Reiseziel.
Anreise-Tipp Philippinen
Wer die 25-Millionen-Stadt Manila meiden möchte, fliegt über Cebu. Der internationale Flughafen hat z.B. Anbindung an Hongkong, Singapur, Südkorea, Taiwan, Japan, VAE und Qatar.
Cebu City ist eine moderne Metropole (ca. 2,5 Mio. Einwohner) mit Shopping-Malls, Rooftop-Bars und einem lebendigen Nachtleben. Hier herrscht weniger Verkehr, die Atmosphäre ist entspannter.
Mein persönlicher Favorit ist die Kombination mit Hongkong, denn die Stadt bietet eine faszinierende Mischung aus moderner Metropole und traditioneller Kultur, schon die Skyline ist spektakulär. Es gibt lebhafte Märkte und eine vielfältige Gastronomie. Nach und von Hongkong fliegt man z.B. mit der renommierten Cathay Pacific.
Beste Reisezeit für die Philippinen
November – Mai ist Trockenzeit und bestes Wetter. Das Risiko von Taifunen ist in dieser Zeit am geringsten (jedoch habe ich auch im November einen Taifun und im Dezember starke Regenfälle erlebt). Der Süden (z.B. Cebu) ist oft außerhalb des Taifungürtels. April und Mai sind in aller Regel sehr heiß, so dass Januar bis März optimal sind.
Die Küche der Philippinen
Die philippinische Küche ist eine faszinierende Fusionsküche mit malaiischen, spanischen, chinesischen und amerikanischen Einflüssen, die auf die Regionalküchen der unterschiedlichen ethnischen Gruppen der Philippinen gewirkt haben. Grundnahrungsmittel ist Reis begleitet von Fleisch (Schwein, Huhn), Fisch und Meeresfrüchten. Zu feierlichen Anlässen wird gerne geröstetes Spanferkel (Lechón) serviert. Das Nationalgericht Adobo wird aus würzig mariniertem Fleisch, Meeresfrüchten oder Gemüse zubereitet. Sinigang, eine säuerliche Suppe mit Fleisch, Fisch oder Krabben und Gemüse, gehört zur Alltagsküche.
Das Essen ist oft weniger scharf als in anderen südostasiatischen Ländern, setzt aber auf kräftige Aromen, oft in einer Kombination von süß, sauer und salzig.
Die Kalamansi ist eine Kreuzung von Mandarine und Kumquat, ähnelt optisch einer Limette und schmeckt süß-sauer. Auf den Philippinen spielt sie eine zentrale Rolle in der Küche und wird sie für alles Mögliche, vom Cocktail bis zur Konfitüre, verwendet. Natürlich auch für den Welcome Drink bei Ankunft.
Inselhopping Philippinen: warum es sich lohnt
Die Philippinen sind ein tropisches Paradies aus über 7.000 Inseln und bieten eine perfekte Mischung aus Natur, Kultur und Abenteuer. Besucher erwarten weiße Traumstrände, glasklares Wasser und eine spektakuläre Unterwasserwelt zum Schnorcheln und Tauchen. Die Natur auf den Inseln ist abwechslungsreich, denn neben traumhaften Stränden gibt es beeindruckende Landschaften wie die Chocolate Hills auf Bohol, die Reisterrassen von Banaue und aktive Vulkane.
Zwar sind die Philippinen als Urlaubsziel nicht so bekannt wie Thailand oder Vietnam, doch das ist auch ein Vorteil und garantiert authentische Erlebnisse.
In vielen asiatischen Ländern sind die Menschen eher zurückhaltend, auf den Philippinen ist das anders. Mit Englisch kommt man fast überall gut zurecht, die Menschen sind offen, hilfsbereit und herzlich . Scbon bemerkt? In vielen Hotelbars in Asien spielen Bands von den Philippinen. Kein Wunder. Die Filipinos sind die einzigen Asiaten, die singen können. Und sie tun es gerne. Auch das gehört zum Erlebnis Philippinen.
Welche Insel der Philippinen passt zu wem?
Für Erstbesucher: Cebu wegen der internationalen Fluganbindung und Infrastruktur
Für spektakuläre Natur: Palawan, El Nido
Für Luxusurlaub: Amanpulo, El Nido Resorts
Für Ruhe & Entspannung: Bantayan Island (Cebu), Amanpulo, El Nido
Für Beach & Nightlife: Boracay
Für Kombinationen und Inselhopping: alle Inseln mit guten Flugverbindungen, z.B. ab Cebu mit Cebu Pacific